Wissenswertes über Elektrische Zahnbürsten

Klassische elektrische Zahnbürste

Klassische elektrische Zahnbürsten haben meist runde Bürstenköpfe, die mit rotierenden Bewegungen die Zähne reinigen (oft auch als 2D-Putzsystem bezeichnet). Einzelne Modelle kombinieren diese rotierende Bewegung zusätzlich mit einer pulsierenden Bewegung (3D-Putzsystem, oft auch „oszillierend-rotierend“ genannt).

Vorteile

Preisgünstige Modelle, die die Zähne gut reinigen gibt es bereits ab 30,– Euro.
Die Bürstenköpfe sind meist kleiner, so dass auch die hinteren Backenzähne gut erreichbar sind.

Nachteile

Auf Grund der kleineren Bürstenköpfe muss jeder Zahn einzeln gereinigt werden.

Schallzahnbürste

Im Gegensatz zur klassischen elektrischen Zahnbürste haben Schallzahnbürsten (auch Sonic-Bürsten oder schallaktive elektrische Zahnbürsten genannt) längliche Bürstenköpfe, die mit einer deutlich höheren Frequenz schwingen.

Die Bezeichnung „Schallzahnbürste“ ist eigentlich falsch: Nicht der Schall reinigt, sondern die extrem schnell vibrierenden Bürstenköpfe.

Vorteile

Bei eher nachlässigen Zeitgenossen, die die regelmäßige Zahnpflege nur unwillig auf sich nehmen, ist das Putzergebnis meist besser als bei der klassischen elektrischen Zahnbürste, da nicht so streng auf die korrekte Putztechnik geachtet werden muss.
Der längliche und meist auch größere Bürstenkopf der Schallzahnbürste reinigt in der selben Zeit eine größere Fläche.
Die Schallzahnbürste orientiert sich am Design einer Handzahnbürste und bietet ein ähnliches, vertrautes Putzgefühl.

Nachteile

Eine Schallzahnbürste ist meist teurer als die klassische elektrische Zahnbürste.
Das Betriebsgeräusch wirkt auf manche Menschen im ersten Moment ungewohnt oder gar störend.
Mit den größeren Bürstenköpfen sind die Backenzähne schwerer zu erreichen.

Vorteile der elektrischen Zahnbürste

In den verschieden Testberichten ist immer wieder zu lesen: Sowohl mit der Handzahnbürste als auch mit der elektrischen Zahnbürste ist es möglich, die Zähne perfekt zu reinigen. Wo liegen also die Vorteile der elektrischen Zahnbürste?

Um es kurz zu machen: Die elektrische Zahnbürste reinigt

schneller
einfacher
effektiver
bequemer

Besonders eher nachlässige Zeitgenossen, die die regelmäßige Zahnpflege nur unwillig auf sich nehmen, erzielen mit der elektrischen Zahnbürste in kürzerer Zeit deutlich bessere Putzergebnisse.

Dies zeigt auch eindrucksvoll eine Studie der AOK Rheinland/Hamburg. Nachdem die 300 Teilnehmer ihre Zähne zwei Monate mit der elektrischen Zahnbürste geputzt hatten, zeigte sich:

bei 82,3 % der Studienteilnehmer verbesserte sich die allgemeine Mundhygiene deutlich
bei weiteren 15,7 % konnte eine leichte Verbesserung festgestellt werden
eine Verschlechterung der Mundhygiene wurde bei keinem Teilnehmer festgestellt
92 % der Probanden waren überaus oder sehr zufrieden mit der Elektozahnbürste
und fast alle (nämlich 99 %) wollten die elektrische Zahnbürste weiternutzen

Weniger Zahnfleischbluten

Viele befürchten, dass elektrische Zahnbürsten unsanft zu Zahnschmelz und Zahnfleisch sein könnten. Richtig ist: bei der Umstellung von manueller Zahnreinigung per Handzahnbürste auf ein elektrisches Modell kann es zunächst – je nach individuellen Merkmalen – zu vermehrtem Zahnfleischbluten kommen, insbesondere zu Beginn der Anwendung. In den meisten Fällen gewöhnt sich das Zahnfleisch jedoch an die veränderten Bedingungen, das Bluten stellt sich mit der Zeit ein. Tatsächlich konnten Studien sogar beweisen, dass die regelmäßige Verwendung elektrischer Zahnbürsten auch das Auftreten von Zahnfleischbluten reduzieren kann. Sollte sich jedoch das Zahnfleischbluten auch nach einiger Zeit mit der elektrischen Zahnbürste nicht eingestellt haben, sollte ein Zahnarzt konsultiert werden.
Rotationzahnbürste

rotierende BürsteRotierend-oszillierendes System: Bei diesem Prinzip rotieren die Bürstenköpfe nicht komplett um die eigene Achse, sondern abwechselnd hin und her.

Oszillierende Rotation bedeutet, dass der Bürstenkopf nicht komplett um die eigene Achse, sondern hin und her rotiert. Diese Technik ist laut verschiedener Studien besonders gut geeignet, um Zahnbeläge und Zahnfleischbluten mittelfristig zu verringern.

Frühere elektrische Zahnbürsten orientierten sich am Bewegungsablauf beim manuellen Putzen und führten eine elliptische Bewegung aus. Mittlerweile hat sich aber das oszillierend-rotierende System durchgesetzt.
Schallzahnbürste

Schall-TechnologieSchalltechnologie:

Die Bürsten der Schallzahnbürsten schwingen in einer Frequenz von 250-300 Hertz. Je nach Modell bewegen sich die Borsten dabei in vertikaler und/oder horizontaler Richtung.

Schall-Zahnbürsten gelten als Weiterentwicklung der herkömmlichen elektrischen Zahnbürste. Der Bürstenkopf schwingt hier mit ca. 250-300 Hertz in einer deutlich höheren Frequenz, als bei den „normalen“ elektrischen Zahnbürsten. Der Antrieb erfolgt – statt über einen Elektromotor – über einen elektrischen Schallwandler. Die Reinigung kommt, entgegen des Namens, nicht durch die Schallwellen selbst zustande, sondern erfolgt mechanisch durch die sich schnell bewegenden Borsten. Die Bürstenköpfe der Schall-Zahnbürsten haben meist eine längliche Form und erinnern damit mehr an die Köpfe von Handzahnbürsten. Vorteil gegenüber der kleineren, runden Bürstenköpfe: es muss nicht jeder Zahn einzeln geputzt werden.
Timer-, Auto-Stopp- & Memory-Funktion

Die Auto-Abschaltung lässt sich bei keinem Gerät deaktivieren, so dass die Zahnbürste erneut eingeschaltet werden muss, wenn die Reinigung länger dauern soll. Die Braun Oral-B- sowie die Philips-Modelle bieten eine Memory-Funktion, d.h. beim Ausschalten wird der Fortschritt des Putzzyklus gespeichert, bei erneutem Betätigen wird das Programm dann an genau dieser Stelle fortgesetzt. Auch die SensiDent Expert verfügt über eine Memory-Funktion, die allerdings beim Ausschalten das zuletzt gewählte Programm speichert, und dieses bei der nächsten Verwendung wieder aufruft.
Vorsicht: Folgekosten

Die meisten Hersteller empfehlen, den Bürstenkopf alle drei Monate zu wechseln. Ersatz- Bürstenköpfe sind für alle Geräte erhältlich, allerdings fallen die Folgekosten höchst unterschiedlich aus: während ein Aufsatz für die Carrera Dentasonic bereits ab 1,07 Euro zu haben ist, sind die Bürsten der Philips Sonicare-Modelle mit durchschnittlich 6,02 Euro bereits deutlich teurer.

Elektrozahnbürsten

Die Elektrozahnbürste wurde 1954 von der Schweizer Firma Broxo eingeführt. Industrieunabhängige Studien konnten zeigen, dass die Putzleistung elektrischer Zahnbürsten die von Handzahnbürsten übersteigt.

Frühe Elektrozahnbürsten ahmten die Bewegung der Hand nach und schwangen elliptisch. Diese waren jedoch aufwendiger zu führen und weisen konstruktionsbedingt anfälligere mechanische Bauteile auf als andere elektrische Bürstenformen. Zudem verfügen heute nahezu alle Bauformen über einen Akkumulator-Betrieb, der die Bürste vom Kabelanschluss und der direkten Nähe einer Steckdose unabhängig macht. Aus Sicherheitsgründen ist diese Konstruktionsweise in vielen Ländern vorgeschrieben, da der Betrieb mit Netzanschluss bei Defekten oder beispielsweise der Benutzung unter der Dusche ein erhebliches Gefahrenpotential darstellt. Kabellose Bürsten werden deshalb in einem mitgelieferten Ständer gelagert, durch den sie mittels Induktion aufgeladen werden. Auch Bauformen mit Kontakt-Aufladung gelten im Sanitärbereich als zu gefährlich. Der Batteriebetrieb ist ebenfalls veraltet, jedoch vor allem im günstigsten Preissegment noch häufig anzutreffen.

Da Elektrozahnbürsten wesentlich langlebiger sind als ihr Bürstenkopf, haben alle Modelle auswechselbare Köpfe, die vom Verbraucher nachgekauft werden müssen.

Bei den im Handel überwiegend erhältlichen Elektrozahnbürsten besteht zudem das Problem einer erschwerten Reparatur, da die Lithium-Ionen-Akkumulatoren oder Nickel-Metallhydrid-Akkumulatoren fest eingebaut werden und nicht ausgewechselt werden können.
Rotationszahnbürsten
Elektrische Zahnbürste

Die oszillierend-rotierende Zahnbürste zeichnet sich durch einen runden rotierenden bzw. oszillierenden Bürstenkopf aus. Das Funktionsprinzip ist einem Zahnpoliturwerkzeug ähnlich.

Die Reinigungsleistung von oszillierend-rotierenden Bürstenköpfen ist nach einer Studie in einem geringen Maße besser als diejenige von Handzahnbürsten. Die Studienautoren sind jedoch womöglich nicht unabhängig, die klinische Signifikanz ist in Frage gestellt und die Qualität vieler Vergleichsstudien reicht für eine robuste Aussage nicht aus.

Schallzahnbürsten

Als Weiterentwicklung der elektrischen Zahnbürste gilt die Elektronische Schallzahnbürste. Bei dieser wird der Bürstenkopf mit einer höheren Frequenz als bei herkömmlichen elektrischen Zahnbürsten bewegt. Anstelle eines Elektromotors wird der Kopf über einen elektrischen Schallwandler (magnetisch oder über Piezo-Effekt) angetrieben und lässt den Bürstenkopf meist mit einer Frequenz von 250 bis 300 Hertz schwingen. Der Zahn wird nicht durch die Schallwellen gereinigt, sondern durch die sich mit relativ hoher Frequenz bewegenden Borsten. Eine Besonderheit bei Schallzahnbürsten ist die ovale Form ihres Bürstenkopfes, die an den Kopf einer herkömmlichen Handzahnbürste erinnert.
Ultraschallzahnbürsten

Bei Schwingungsfrequenzen oberhalb 300 Hertz spricht man von „Ultraschallzahnbürsten“. Sie erreichen bis zu 1,8 Mio. Schwingungen pro Sekunde (1,8 MHz).Derartige Geräte arbeiten mit einem Tupfer, der die Flüssigkeit im Mund in Schwingungen versetzt und mithilfe einer speziellen Zahnpasta erzeugte Schaumblasen zum Platzen bringt. Durch dieses Zerplatzen wird die Reinigungsleistung erreicht. Ultraschallzahnpasta enthält keine Putzkörper. Ultraschallzahnbürsten arbeiten nicht mechanisch; sie erkennt man daran, dass sie nicht mit herkömmlicher Zahnpasta funktionieren, denn die Putzkörper verhindern die Wirkungsweise. Zwar arbeiten Ultraschallzahnbürsten mit einer Bürste als Aufsatz, als Tupfer könnte jedoch auch z. B. ein Schwamm eingesetzt werden. Der Vorteil der Ultraschallzahnbürste besteht darin, dass die Zähne und das Zahnfleisch nicht mechanisch bearbeitet werden.
Preise und Verbrauchskosten

Die Verwendung von Handzahnbürsten ist nach wie vor am billigsten. Teurer ist eine mechanische Elektrozahnbürste, noch teurer eine Schallbürste. Am teuersten ist die Ultraschallzahnbürste. Aus diesem Grund – günstiges Grundgerät, aber hohe Verbrauchskosten (Bürstenköpfe) – wird den Herstellern elektrischer Zahnbürsten oft das sogenannte Lock-in vorgeworfen. Elektrische Zahnbürsten werden jedoch von vielen Verbrauchern als praktischer bewertet.
Zahnbürsten für besondere Anforderungen
Kaubare Zahnbürsten
Kaubare Zahnbürsten, Zahnpastakristalle sind sichtbar

Für unterwegs oder wenn keine Möglichkeit zum herkömmlichen Zähneputzen besteht, sind Kaubare Zahnbürsten am besten geeignet. Sie wurden entwickelt, um Mund und Zähne unaufwändig von Essensresten und Plaque zu befreien.

Kaubare Zahnbürsten werden im Spritzgussverfahren aus Elastomeren hergestellt und haben eine mit Borsten bestückte Fläche, an der ein zylinderförmiger Zapfen befestigt ist. Zwischen den Borsten befindet sich ein zahnreinigendes Pulver, bestehend aus Xylit, Polydextrose, Aromen und Wasser. Der Putzvorgang erfolgt analog zur Verwendung von Zahnpflegekaugummi, darüber hinaus werden beim Kauen auf der Bürste die Zähne jedoch mittels Zapfen und Form der Bürste aktiv bis auf das Zahnfleisch gereinigt. Kaubare Zahnbürsten können richtiges Zähneputzen nicht ersetzen. Verwendet werden sie, wenn keine Möglichkeit zur herkömmlichem Mundhygiene besteht.

Diese Art Zahnbürsten wurde in den 1990er Jahren von einem holländischen Zahnarzt entwickelt und patentiert. Mitte der 90er Jahre wurde sie von dem Briten Jim Drew weiterentwickelt und in England unter dem Namen Fuzzy Brush eingeführt. Nach Herstellerangaben wurden zwei Studien durchgeführt. Vorwiegend werden sie in Automaten an Flughäfen und Raststätten angeboten.
Interdentalbürsten
Zahnzwischenraumbürsten verschiedener (farbkodierter) Größe

Zahnzwischenraumbürsten, auch Interdentalbürsten genannt, sind Zahnbürsten zum Reinigen von Zahnzwischenräumen und schwer zugänglichen Stellen. In Apotheken und Drogerien werden verschiedenen Stärken und Formen angeboten, z. B. Flaschenbürsten oder Pinselbürsten. Empfohlen wird, den Bürstenkopf alle vier Wochen zu wechseln.

Es gibt Hinweise, dass nach dem konventionellen Zähneputzen eine Interdentalbürste mehr Plaque entfernt als Zahnseide.Voraussetzung zur Anwendung ist jedoch, dass der Zahnzwischenraum groß genug für die Reinigung mittels einer Interdentalbürste ist.

Die Größe von Interdentalbürsten ist im ISO-Standard 16409 normiert. Die Bürstchengröße ist eine Zahl von 0 (kleine Zahnzwischenräume) bis 8 (große Zahnzwischenräume) und gibt den passierbaren Lochdurchmesser an. Dieser entspricht der Größe des Zahnzwischenraumes, in den sich das Bürstchen gerade noch schieben lässt, ohne dass sich der Draht verbiegt.

Die Farbe der Bürstchen unterscheidet sich zwischen verschiedenen Herstellern. Gleiches gilt für die Drahtstärke.

Fingerzahnbürsten
Fingerzahnbürste

Die Fingerzahnbürste ist besonders für die Mundpflege von Säuglingen geeignet. Sie besteht aus Silikon, besitzt ein sehr flaches, weiches Borstenfeld, oft nur in Form von Gumminoppen, und kann über den Finger gestülpt werden. Fingerzahnbürsten werden genutzt, um das Zahnfleisch, die Zahnansätze und die ersten Zähnchen des Babys schonend zu reinigen, vor allem aber, um das Kind an den Gebrauch der Zahnbürste zu gewöhnen.
Hygiene und Reinigung der Zahnbürste
Künstlerische Darstellung auf einer ungarischen Sonderbriefmarke von 1963

Hygiene- und Reinigungsmaßnahmen für Zahnbürsten müssen leicht durchführbar sein, weil sie sonst keine Akzeptanz finden. Außerdem müssen sie billig und ressourcenschonend sein, weil man im anderen Fall besser eine neue Zahnbürste kauft.

Es wird abgeraten eine Zahnbürste mit einer anderen Person zu teilen, da es sowohl allgemeine hygienische Bedenken als auch ein erhöhtes Übertragungsrisiko von blutübertragbaren Krankheiten, wie Hepatitis C darstellt. Deshalb sollen mehrere Personen verschiedenfarbige Zahnbürsten verwenden, um einer Verwechslungsgefahr vorzubeugen.
Abspülen unter einem kräftigen Wasserstrahl, und optische Kontrolle auf Rückstände vor einem Antrocknen ist empfehlenswert.
Es ist günstig, wenn die Zahnbürste nach dem Abspülen möglichst schnell trocknet. Dazu stellt man die Bürste mit dem Bürstenkopf nach oben in den Zahnputzbecher. Zahnbürsten sollten in einem möglichst luftdurchlässigen Behälter transportiert werden.
Bei Outdooraktivitäten und in der Natur nimmt man am Ende des Zähneputzens den Bürstenkopf noch einmal in den Mund und saugt den Schaum aus der Bürste heraus (dann ausspucken). Die leergesaugte Zahnbürste lässt sich dann mit einer minimalen Wassermenge (z. B. aus einer Wasserflasche) ausspülen.
Bei eingeschränktem Immunsystem (z. B. Diabetes, Schwangerschaft, Krebs oder nach einer OP) ist die Mundflora anfällig für Keime und es kommt leicht zu Zahnfleischentzündung und pilzbedingtem Soor. Dann kann die Desinfektion der Zahnbürste mit einem chlorhexidinhaltigen Dentalspray die Keimbesiedelung verringern.
Einige Modelle von elektrischen Zahnbürsten haben in die Ladegeräte integrierte elektrische UV-Desinfektionsvorrichtungen.

Schäden durch Zahnbürsten
Zahnbürstendenkmal in Bad Tennstedt, zu Ehren von Christoph von Hellwig

Die Zähne können durch eine Vielzahl von Faktoren beschädigt werden. Allen voran muss die falsche Zahnputztechnik mit der Handzahnbürste genannt werden, nämlich wenn mit dieser horizontal über die Zahnhälse „geschrubbt“ wird. Ein zu hoher Anpressdruck der Zahnbürste kann ebenfalls zu Schäden am Zahn führen. Rechtshänder üben einen stärkeren Druck beim Putzen der rechten Gebisshälfte aus, Linkshänder auf der linken Seite. Im Seitenzahnbereich und im Frontzahnbereich liegt die Zahnbürste auf mehreren Zähnen auf. Am Eckzahn liegt sie nur punktuell auf, sodass bei gleichem Anpressdruck der Zahnbürste die prominenten Eckzähne mit zwei- bis dreifachem Druck gereinigt werden. Bei einigen elektrischen Zahnbürsten wird durch technische Maßnahmen versucht, den Anpressdruck zu reduzieren.

Harte Zahnbürsten reinigen gründlicher, durch stärkere Abtragungen schädigen diese jedoch im höheren Maße Zahnfleisch, Zähne und Zahnhälse als weiche Zahnbürsten. Bei empfindlichen Zähnen wird eine weichere Zahnbürste und längeres Putzen angeraten.

Harte Naturborstenzahnbürsten haben (mikroskopisch betrachtet) scharfe Enden, die zu Zahnschäden führen. Die Naturborsten werden bei der Herstellung geschnitten, was zu scharfen Enden führt. Im Gegensatz hierzu haben Kunststoffborsten durch das Herstellungsverfahren abgerundete Spitzen an den einzelnen Borsten. Die abgerundeten Spitzen entstehen durch das Abschmelzen der Kunststoffenden.

Zahnpasten, die zu viele Schleifkörper enthalten (sogenannte Raucherzahncreme) dürfen nur gelegentlich angewandt werden, weil diese eine grobe Körnung aufweisen, die bei regelmäßiger Anwendung den Zahnschmelz sukzessive abreibt.

Eine falsche Anwendung elektrischer Zahnbürsten kann bei oszillierend-rotierenden E-Zahnbürsten ebenso zu Defekten führen. In einer In-vitro-Untersuchung konnte nachgewiesen werden, dass verschiedene elektrische Zahnbürsten (rotierende-oszillierende Zahnbürsten, Schall- und Ultraschallzahnbürsten) gesundes Dentin stärker abradieren als manuelle Zahnbürsten. Neuere Entwicklungen reduzieren den maximalen Anpressdruck dieser Zahnbürsten.

Das Zähneputzen soll nicht unmittelbar nach dem Genuss von säurehaltigen Speisen und Getränken erfolgen, weil durch die Säure die Zahnoberfläche geringfügig angeätzt wird. Mit dem Putzen der Zähne soll in diesem Fall ein bis zwei Stunden gewartet werden, bis sich der Zahnschmelz remineralisiert hat. Alternativ soll das Zähneputzen vor dem Genuss säurehaltiger Speisen erfolgen.

Am häufigsten entstehen durch falsche Putztechnik keilförmige Defekte am Zahnhals. Jedoch wird dafür das Zusammentreffen mehrerer Faktoren angenommen.Zahnpflege

Zahnpflege mindestens 2x täglich, besser nach jeder Mahlzeit (nach den Mahlzeiten, besonders wichtig vor dem Schlafen)
Nach der letzten Zahnpflege (abends) nichts mehr essen & trinken (nur Wasser).
Nach Genuss von säurehaltigen Nahrungsmitteln (Gemüse, Obst, Säfte) erst 30 Minuten später Zähne putzen, weil der Zahnschmelz durch die Säure aufweicht und die Zahnbürste den Zahn angreifen kann.

Zahnputztechnik

Mund befeuchten
Zahnbürste in kleinen, kreisenden Bewegungen unter leichtem Druck über Zahnfleisch und Zähne führen (von Rot nach Weiß)
Zähne von hinten nach vorne, von außen und innen sowie Kauflächen bürsten
Zuerst Kaufläche, dann Innenseite, dann Außenseite. * obere und untere Zahnreihe jeweils getrennt putzen, erst oben, dann unten
Mund anschließend gründlich ausspülen lassen
evtl. Mundwasser benutzen
Alternative Zahnpflegetechnik: In Kindergärten wird bundesweit vielfach nach der KAI-Technik geputzt (Kauflächen, Außenseiten, Innenseiten)
Lippenpflege

Muss die Zahnpflege über mehrere Wochen von einer Pflegeperson übernommen werden, kann sich die „Investition“ in eine elektrische Zahnbürste lohnen. Da sie nur gegen Zähne und Zahnfleisch gelegt werden muss, wird die Zahnpflege damit von den Patienten oft als weniger unangenehm empfunden. Für die Pflegenden ist die Durchführung einfacher.

Pflege der Zahnprothese

Die Prothese wird nur zur Reinigung entfernt.
Sorgfältiger Umgang mit der Prothese (zerbrechlich, teuer)
Die Zahnprothese nach jeder Mahlzeit reinigen.
Speisereste entfernen.
Wenn möglich, sollte der Bewohner selber die Zahnprothese herausnehmen, reinigen und wieder einsetzen.
Am Waschbecken eine geeignete Haltung einnehmen, die dem Bewohner das Entfernen der Prothese erleichtert. Unterstützung beim Vorlehnen des Oberkörpers.
Im Bett Oberkörperhochlagerung.
Vor dem Wiedereinsetzen der Prothese den Mund spülen und ggf. die Kieferbögen mit einer weichen Zahnbürste abbürsten (Speisereste und Haftcreme werden dadurch entfernt).

Vollständige Übernahme

Entfernen und Reinigen der Zahnprothese

Herausnehmen der Zahnprothese (erst oben, dann unten). Einsetzen der Zahnprothese (erst unten, dann oben).

Der Daumen schiebt die Oberlippe etwas nach oben, um die Kante der Prothese greifen zu können.
Entfernen der Prothese. Der Zeigefinger dient als Widerlager und verhindert ein Herunterfallen der Prothese.
Reinigung der Prothese über dem stehenden Wasserspiegel.
Einsetzen der Oberkieferprothese, die linke Hand zieht den Unterkiefer sanft nach unten.
Bei einem kleinen Mund sollte erst eine Seite der Prothese in den Mund geschoben und der Mundwinkel leicht damit gedehnt werden, dann die andere Seite in den Mund schieben.
Leicht seitliches Einführen erleichtert die Platzierung der Unterkieferprothese.